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Mil Mi-24
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Der Mil Mi-24 (russisch ĐĐ¸ĐťŃ Đи-24, NATO-Codename: Hind, deutsch Hirschkuh) ist ein in der Sowjetunion entwickelter Kampfhubschrauber des Hubschrauberherstellers Mil. Der Mi-24 ist mit zwei Wellenturbinen ausgerĂźstet und besitzt eine Haupt-Heckrotor-Anordnung mit einem FĂźnfblatt-Hauptrotor. UngewĂśhnlich fĂźr einen Kampfhubschrauber ist die Fähigkeit des Mi-24, auch Truppen transportieren zu kĂśnnen.
Die sowjetischen bzw. russischen Piloten bezeichn(et)en ihre Maschinen als НоŃаŃŃиК Ńанк (letajuschtschi tank, fliegender Panzer) oder ĐşŃОкОдиН (Krokodil)cite-ref-1[1] sowie ŃŃакан (stakan, Glas, wegen der groĂflächigen Cockpitverglasung des Mi-24A). Von den Mudschaheddin wurde ihm der Spitzname Schaitan Arba (âTeufelswagenâ) gegeben.cite-ref-2[2]
Contents
⢠Geschichte
⢠Golfkrieg (1991)
⢠Rekorde
⢠Aufbau
⢠Versionen
⢠Technische Daten
⢠Sensoren
⢠Bewaffnung
⢠Mi-24P/Mi-35
⢠Nutzerstaaten
⢠Aktuelle Nutzer
⢠Ehemalige Nutzer
⢠Bilder
⢠Siehe auch
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Geschichte
Die Entwicklung dieses Hubschraubers begann Mitte der 1960er-Jahre noch zu Lebzeiten von Michail Mil. Vom Ausgangsmodell Mil Mi-8 wurden Triebwerke, Rotoren und andere mechanische Komponenten Ăźbernommen, der Rumpf wurde vollkommen neu gestaltet. Im Gegensatz zu den meisten anderen Kampfhubschraubern kann der Mi-24 als Angriffshubschrauber Transportaufgaben Ăźbernehmen. So ist er dafĂźr ausgelegt, bis zu acht ausgerĂźstete Soldaten geschĂźtzt auf das Gefechtsfeld zu transportieren. Als âfliegender SchĂźtzenpanzerâ gehĂśrte es zu den Aufgaben des Mi-24, schnell Ăźber dem Gefechtsfeld zu agieren. Seine Aufgaben sind die Panzerabwehr, FeuerunterstĂźtzung bei amphibischen Operationen, Ausheben gegnerischer StĂźtzpunkte, Bekämpfung gegnerischer Hubschrauber und Begleitschutz fĂźr eigene Hubschrauber.
Das erste VorfĂźhrmodell mit der Bezeichnung W-24 (die 24 war die Bezeichnung fĂźr die Rumpfversion) wurde 1966 fertiggestellt. Dieses Ăźbernahm viele Merkmale vom Mi-8, erinnerte aber mit dem langen Heckausleger auch an die amerikanische Bell UH-1. Die Maschine hatte StummelflĂźgel und bot Platz fĂźr zwei nebeneinander sitzende Piloten im Cockpit und acht Soldaten im Rumpf. Die Attrappe wurde offiziellen Vertretern des sowjetischen Verteidigungsministeriums um Marschall Rodion Jakowlewitsch Malinowski vorgestellt; dieser lehnte die Maschine jedoch ab. Nach dieser wurden anhand der Kritiken zur ersten Attrappe mehrere weitere gebaut. Auf Initiative von Andrei Antonowitsch Gretschko (dieser hatte 1967 Malinowski abgelĂśst und auch an der Vorstellung des ersten Mockups teilgenommen) wurde am 29. März 1967 eine offizielle Ausschreibung zum Bau eines Kampfhubschraubers vorgelegt, der 315 km/h erreichen und 12,7-mm-Geschossen widerstehen sollte. Mil beteiligte sich mit einer W-24-Version, während Konkurrent Kamow die Ka-25F (eine stark modifizierte Version des Ka-25) einreichte. Mil gewann die Ausschreibung und am 6. Mai 1968 wurde der Auftrag zum Bau eines Prototyps erteilt. Das erste vollständige VorfĂźhrmodell wurde im Februar 1969 fertiggestellt und am 19. September 1969 startete der erste Prototyp OP-1 mit German W. Alfjorow am Steuer zum Erstflug. Nachdem zwei Prototypen flogen, erlaubte das zuständige Ministerium den Bau von zehn weiteren Hubschraubern unter der Bezeichnung Erzeugnis 240 (inoffiziell Mi-24). FĂźnf davon wurden bei Mil und fĂźnf im Herstellerwerk Arsenjew gebaut. Vier der Maschinen waren fĂźr Flugtests, eine fĂźr Waffentests, zwei fĂźr statische Tests, eine fĂźr mechanische Lasttests und zwei als Vorlage fĂźr die Produktion gedacht. Einer der Prototypen diente später als Basis fĂźr den Mi-24B, während zwei der zehn Mi-24 fĂźr die Entwicklung des Mi-24D genutzt wurden. Die Tests durch den Hersteller und die Armee (ab Juni 1970) fĂśrderten eine Reihe von Unzulänglichkeiten zu Tage. So wurden die schlechte Sicht aus dem Cockpit, die unzulängliche Richtungskontrolle, Stabilitätsprobleme beim Hochgeschwindigkeitsflug und unzureichende Hot-and-High-Leistungen bemängelt. Letztere waren zum Teil auf eine nicht optimale aerodynamische Ausbildung der Rotorblätter (was erst mit dem Mi-24WM behoben wurde) und auf die Triebwerke zurĂźckzufĂźhren, die bei steigender Temperatur ab 10 °C etwa 10 % Leistung pro 10 °C einbĂźĂten.cite-ref-jakub-fojtik-3-0[3]
Die erste Serienversion war der verbesserte Mi-24A (Erzeugnis 245). GegenĂźber dem Mi-24 wurde die Sicht der Piloten durch eine geänderte Kanzel verbessert und die Instabilität bei hohen Fluggeschwindigkeiten durch neue FlĂźgel beseitigt. Weitere Ănderungen betrafen die Panzerung sowie den Einbau des optischen Zielsystems 9Sh121-01 fĂźr die 9M17M-Panzerabwehrraketen. Die Serienfertigung begann Ende 1970 im Herstellerwerk Arsenjew und 1971 hatte der erste Serienhubschrauber seinen Erstflug. Auch während der Produktionszeit wurde noch eine Reihe von Verbesserungen eingefĂźhrt. So wurde die unzulängliche Richtungskontrolle durch die Verlegung des Heckrotors von der rechten zur linken Seite beseitigt. Ab 1974 erhielten die Hubschrauber eine verstärkte Konstruktion der linken Rumpfseite und des Heckauslegers, da im Einsatz bei starken FlugmanĂśvern Risse in diesem Bereich auftraten. In diesem Jahr wurden auch die ersten Hubschrauber dieses Typs in Parchim stationiert. Bis 1975 wurden 204 Hubschrauber dieser Version gebaut. 1975 kam es auch mit der Lieferung von sechs Hubschraubern nach Libyen zum ersten Export des Hubschraubers. 1978 kam es zum ersten Einsatz des Hubschraubers im Ogadenkrieg durch Ăthiopien. Von der nur mit ungelenkten Raketen bewaffneten Trainerversion Mi-24U (Erzeugnis 244), die aber ein signifikant verändertes Flugverhalten zeigte, wurden ab 1973 etwa 25 StĂźck gebaut.cite-ref-jakub-fojtik-3-1[3]
Im Jahr 1971 wurde der erste Prototyp der verbesserten Version Mi-24B (Erzeugnis 241) fertiggestellt. Diese Version konnte die 9M17P-Rakete mit Hilfe des automatisierten und stabilisierten Raduga-F-Lenksystems einsetzen. Auch das bisher einläufige 12,7-mm-Maschinengewehr wurde durch ein komplett neues vierläufiges Gatling-Maschinengewehr 9A-624 ersetzt, das sich später anfällig fĂźr Staub und Ăberhitzung zeigte. Auch erhielt der Hubschrauber verbesserte TW3-117-Triebwerke. Insgesamt wurden weniger als zehn Maschinen als Mi-24A gebaut, da man die spätere Version Mi-24D bevorzugte. Der Mi-24B wurde fĂźr Tests der Systeme des Mi-24D eingesetzt.cite-ref-jakub-fojtik-3-2[3]
Ein Problem des Mi-24A blieb die unzureichende Sicht des Piloten. So wurden im Juni 1972 zwei Mi-24-Vorproduktionsmodelle mit einem komplett neuen Bugbereich ausgerĂźstet, bei dem Pilot und BordschĂźtze in zwei Kanzeln hinter- und Ăźbereinander untergebracht waren. Diese wurden Basis der neuen Version Mi-24D (Erzeugnis 246), die einer Kombination des Waffensystems und der Verbesserungen des Mi-24B mit dem neuen Cockpit entsprach. Die Serienproduktion der neuen Version wurde 1973 genehmigt. Die Produktion sollte nun in zwei Werken (Arsenjew und Rostow) erfolgen und bereits im selben Jahr wurde der erste Hubschrauber dieses Typs fertiggestellt. Einige dieser Hubschrauber wurden noch mit dem Heckrotor auf der rechten Seite gebaut. Die sowjetische Armee akzeptierte den Hubschrauber nach einigen Tests offiziell am 29. März 1976. Im Laufe der Serienproduktion wurden wiederum Verbesserungen eingefĂźhrt. So wurde die Ăberholungszeit von 300 Stunden (die Triebwerke der ersten Mi-24 hatten eine Ăberholungszeit von nur 50 Stunden) auf 750 Stunden verbessert. Daneben wurde die Avionik mehrfach verbessert und 1977 neue Lufteinläufe mit verbesserter Staubabscheidung installiert. Insgesamt wurden 625 Hubschrauber dieser Version, davon 477 in Rostow (51 fĂźr die sowjetische Armee und 426 fĂźr den Export) und 148 in Arsenjew gebaut. Die Exportversionen fĂźr die europäischen Partnerstaaten waren bis auf leicht vereinfachte Raketen identisch mit der sowjetischen Version, während die als Mi-25 bezeichneten Exportversionen fĂźr den nichteuropäischen Bereich stärker vereinfachte Systeme enthielten. Erster Exportstaat wurde 1978 die Tschechoslowakei, gefolgt von der DDR, Ungarn und Polen. Ab 1985 an Ungarn, Polen und Bulgarien exportierte Hubschrauber mit der Bezeichnung Mi-24D+ enthielten einige Systeme des inzwischen produzierten Mi-24W. In den 1980er Jahren kamen die exportierten Mi-25 in einigen Kriegen zum Einsatz, darunter im Iran-Irak-Krieg, im Tschad, sowie von Syrien gegen Israel und den Libanon, in Indien beim Einsatz gegen Tamilen. GroĂe Verluste musste der Hubschrauber in Angola hinnehmen, wo fast zwanzig Hubschrauber durch ZSU-23-4-Flakpanzer und Strela-Raketen abgeschossen wurden. Von der zwischen 1977 und 1991 produzierten Trainerversion Mi-24DU (Erzeugnis 249) wurden etwa 105 gebaut. Bei ihr fehlte die Kinnlafette, sie war jedoch mit den Panzerabwehrraketen und den zugehĂśrigen Bordsystemen ausgerĂźstet. Einige davon wurden auch als Mi-35U exportiert.cite-ref-jakub-fojtik-3-3[3]
Ende 1972 begannen die Abnahmetests fĂźr die Panzerabwehrrakete 9K113 Konkurs. Im Sommer 1973 wurden zwei Mi-24D fĂźr den Einsatz dieser Raketen umgebaut. Die neue Panzerabwehrrakete flog deutlich schneller als die bisher verwendete und wurde per verschlĂźsseltem Funk anstelle einer Drahtverbindung gesteuert, was ein neues Zielsystem Raduga-Sch mit entsprechender Optik und neuen Antennen im Hubschrauber notwendig machte. Die entsprechend umgebauten oder neu produzierten Hubschrauber erhielten die Bezeichnung Mi-24W (Erzeugnis 242). Die beiden Prototypen wurden manchmal als Mi-24PTRK bezeichnet. Der erste der beiden Prototypen hatte am 23. September 1973 seinen Erstflug. Die Erlaubnis fĂźr die Serienfertigung wurde im November 1975 erteilt und 1976 wurden die ersten Hubschrauber dieser Version produziert. Auch bei dieser Version wurden wieder einige Verbesserungen im Laufe der Produktionszeit eingefĂźhrt. So konnten die ersten Mi-24W je zwei Raketen pro Seite tragen. Drei Jahre nach dem Produktionsbeginn wurden neue Startträger fĂźr je vier Raketen auf jeder Seite eingefĂźhrt und 1986 wurde dann ein Startträger fĂźr je acht Raketen auf jeder Seite getestet, jedoch erst an der späteren Mi-35M eingefĂźhrt. Auch Triebwerke TW-113W mit besseren Hot-and-High-Fähigkeiten kamen bei späteren Modellen zum Einsatz, die bis 35 °C nicht an Leistung verloren. Auch wurden Heckrotorblätter mit grĂśĂerer Blatttiefe verwendet, um Probleme bei der Stabilität und Flugkontrolle bei hohen Temperaturen und hohen Geschwindigkeiten oder maximaler Startmasse zu beseitigen. Weiterhin wurden die Avionik, die Selbstverteidigungssysteme (sechs statt vier ASO-2W-02-StĂśrkĂśrperwerfer, InfrarotsensorstĂśrgerät L-166W-11E, Radarwarngeräte) und die Kommunikationssysteme im Laufe der Zeit durch neuere oder erweiterte ersetzt. Dazu kamen verschiedene konstruktive MaĂnahmen, um die Ăberlebensfähigkeit zu verbessern, wie mit Polyurethan ausgeschäumte Tanks (was zu 5 % weniger Treibstoffkapazität fĂźhrte) oder eine veränderte KabelfĂźhrung. Auch neue ungelenkte Raketen als Ersatz der S-5 (die sich im Afghanistankrieg als ineffektiv erwiesen hatten), wie die S-8, S-13 und S-24, sowie andere Abwurfmunition, Kanonenbehälter und Zusatztanks wurden in die BestĂźckungsoptionen fĂźr die StummelflĂźgel aufgenommen. Die ersten Hubschrauber dieser Version wurden 1985 in die Tschechoslowakei exportiert. Ab 1986 wurden Mi-24W an Ungarn, Bulgarien, Polen und die Mongolei, sowie einfachere Mi-35 an Afghanistan, den Sudan und weitere Länder geliefert. Insgesamt wurden 247 Mi-24W/Mi-35 exportiert und mehr als 500 fĂźr die sowjetische/russische Armee gebaut. Diese kamen in verschiedenen lokalen Kriegen und UN-Missionen zum Einsatz.cite-ref-jakub-fojtik-3-4[3] Alleine in Afghanistan verlor die sowjetische Armee zwischen 1979 und 1989 etwa 120 Mi-24 verschiedener Versionen.cite-ref-alexander-mladenov-4-0[4]
Die Operation Mount Hope III im Jahre 1988 war eine verdeckte Operation, die vom 160. Special Operations Aviation Regiment der Vereinigten Staaten betrieben wurde. Das Ziel der Operation war die Bergung eines von der Sowjetunion hergestellten Kampfhubschraubers Mi-25, der von tschadischen Truppen während der ZusammenstĂśĂe im Zusammenhang mit dem libysch-tschadischen Krieg bei der Eroberung des Militärflugplatzes Wadi Dum erbeutet wurde. In der Nacht vom 10. auf den 11. Juni 1988 wurde der Hubschrauber von zwei MH-47 des 160. nach einem Flug von fast 800 Kilometern von Wadi Dum unentdeckt zu ihrer Heimatbasis in NâDjamena gebracht. Von dort wurde der Hubschrauber mit einer Lockheed C-5 Galaxy zu einer sorgfältigen Analyse in die USA transportiert. Die Mission wurde von der Regierung des Tschad unterstĂźtzt.cite-ref-forbes-com-5-0[5]
Obwohl die Mi-24W alle vorgesehenen Systeme enthielt, war die Armee unzufrieden mit dem eingebauten Maschinengewehr, da dieses nur ungepanzerte Ziele bekämpfen konnte und zu Ausfällen neigte. So wurde 1975 die verfĂźgbare 30-mm-Maschinenkanone 9A-623K in eine Mi-24D eingebaut. Der RĂźckstoĂ der Waffe erlaubte jedoch keinen Einbau in die Kinnlafette, weshalb sie fest an der rechten Rumpfseite installiert wurde. Nach einigen Ănderungen, wie einer Verlängerung der Lauflänge der Kanone von 1,5 auf 2,4 m zum Schutz der Raketen vor den Munitionsabgasen, dem Einbau einer MĂźndungsbremse zur Verringerung des RĂźckstoĂes und Verstärkungen am Hubschrauber, wurde der Serienbau beauftragt. Die ersten der als Mi-24P (Erzeugnis 243; Puschka, âKanoneâ) bezeichneten Serienmaschinen verlieĂen im April 1981 das Herstellerwerk. Sie kamen schnell in Afghanistan zum Einsatz und zeigten dort ihre Wirksamkeit. Jedoch wurde ebenso klar, dass die Kanone fĂźr einige Einsätze Ăźberdimensioniert war und durch die feste Installation eine Bekämpfung von anderen Hubschraubern oder gar Flugzeugen unmĂśglich wurde. Bei der Besatzung war diese Version allerdings beliebt, da sie nicht nur Ăźber groĂe Feuerkraft, sondern durch den Wegfall der Ziel- und Kontrollsysteme fĂźr die Kinnlafette Ăźber ein geräumigeres Cockpit mit hervorragender Sicht verfĂźgte. Insgesamt wurden bis 1990 620 Hubschrauber dieser Version gebaut. Da die Sowjetunion den Export der Mi-24P praktisch verweigerte, erhielt nur die DDR 1989 zwĂślf Hubschrauber dieses Typs. Dennoch kamen einige der Maschinen in andere Länder, da nach dem Auseinanderbrechen der Sowjetunion die in den ehemaligen Sowjetrepubliken verbleibenden Mi-24P zum Teil durch die Ukraine und Belarus an afrikanische Länder verkauft wurden. Auch Russland produzierte ab 1994 noch einmal acht Mi-24P fĂźr die eigene Armee sowie 47 der Exportvariante Mi-35P und verkaufte diese an afrikanische Länder, aber auch nach Indonesien und Peru. Einige der Mi-35P wurden mit den kleineren StummelflĂźgeln der neueren Mi-35M ausgerĂźstet, was zu Verwirrungen bei der Typbestimmung der gelieferten Maschinen fĂźhrte.cite-ref-jakub-fojtik-3-5[3]
Die Erfahrungen aus der Mi-24P fĂźhrten ab 1984 zur Entwicklung einer weiteren Variante. Diese wurde als Mi-24WP (Erzeugnis 258) bezeichnet und erhielt die zweiläufige 23-mm-Kanone GSch-23L in einem beweglichen Kinnturm als Bewaffnung. Da die neue Bewaffnung eine Vielzahl von Ănderungen an der Kanone und der Lafette erforderte, dauerte die Erprobung bis zur Freigabe der Serienproduktion bis 1989. Während der nur von 1989 bis 1990 dauernden Produktion wurden 25 Hubschrauber dieser Version produziert, von denen die meisten in Russland verblieben.cite-ref-jakub-fojtik-3-6[3]
Schon Mitte der 1980er-Jahre war dem OKB Mil klar, dass die aktuell eingesetzten Mi-24 inzwischen bei der Navigation, den Waffen und Sensoren den westlichen Modellen unterlegen waren. Jedoch erlaubte die StaatsfĂźhrung keine groĂangelegten kontinuierlichen Modernisierungsprogramme. Zusätzlich war bekannt, dass in den 1990er-Jahren ein ausschlieĂlich fĂźr taktische Aufgaben konzipierter Kampfhubschrauber den Mi-24 ersetzen sollte. Das Auseinanderbrechen der UdSSR und das folgende wirtschaftliche Chaos erlaubte jedoch keinen kompletten Ersatz der Mi-24 und zwangen sowohl die russische FĂźhrung als auch den nun in der Privatwirtschaft agierenden Hersteller Mil, nach alternativen LĂśsungen fĂźr Russland und andere Einsatzländer zu suchen. So wurde die Entwicklung fĂźr ein groĂes fĂźnfstufiges Modernisierungsprogramm fĂźr die russische Armee unter dem Namen Mi-24WM bzw. Mi-35M gestartet. Die erste Stufe sollte eine KomplettĂźberholung und die zweite Stufe den Ersatz von Haupt- und Heckrotoren durch die des Mi-28 und der Triebwerke durch TW3-117WMA darstellen. Dies sollte eine Gewichtsreduzierung um etwa 300 kg ergeben. In der dritten Stufe sollte auf die MĂśglichkeit zum Einziehen des Fahrwerks verzichtet werden (90 kg Gewichtsersparnis), die FunkausrĂźstung verbessert und eine neue UnterflĂźgelkonstruktion eingebaut werden, die es dem Hubschrauber ermĂśglichen wĂźrde, bis zu 16 Panzerabwehrraketen mitzufĂźhren. Die vierte Stufe bestand aus dem Ersatz der Raketen durch 9M120 oder 9M39 und dem Ersatz der Kanone durch die GSch-23W (wassergekĂźhlte Version der GSch-23L). Die letzte Stufe sollte im Einbau von neuen Sensoren (zum Beispiel FLIR und Nachtsichtgeräte) und neuer Avionik bestehen. Jedoch kam später noch ein Autopilot und ein verbessertes Navigations- und Waffensteuersystem dazu. Eine zum Teil umgerĂźstete Maschine wurde 1997 auf der MAKS gezeigt. Im Gegensatz zum fĂźnfstufigen Programm fĂźr die Armee wurde fĂźr den Export jedoch ein dreistufiges Programm Mi-35M1 bis Mi-35M3 angeboten, das eine andere Zusammensetzung aufwies, jedoch in Stufe 2 etwa der vierten Stufe und in Stufe 3 etwa der letzten Stufe des Mi-24WM entsprach. Der erste Prototyp, der in etwa der Mi-35M2-Stufe entsprach, hatte am 4. März 1999 seinen Erstflug. Ein Hubschrauber der Stufe Mi-35M3 flog 2001 zum ersten Mal und wurde 2003 auf der Paris Air Show und der MAKS gezeigt. Die Entwicklung war komplett durch Mil finanziert, aber bis dahin kein wirtschaftlicher Erfolg, da nur eine sehr geringe Anzahl an Hubschraubern umgerĂźstet wurde. Auch von den Low-Cost-UmrĂźstvarianten Mi-24N und Mi-24PN, die praktisch nur einen Ersatz der Ziel- und Ăberwachungssensoren enthielten, wurden nur sechs bzw. 22 bestellt (davon sechs Mi-24PN von Uganda). Einige weitere ähnliche UmrĂźstvarianten unter diversen Bezeichnungen wurden nie umgesetzt. Erfolgreicher waren später die Mi-35M-Exportvarianten, von denen seit 2006 etwa 120 an verschiedene Länder wie zum Beispiel Venezuela, Irak, Brasilien und auch etwa 50 an Russland ausgeliefert wurden.cite-ref-jakub-fojtik-3-7[3]
Neben dem durch den Hersteller Mil selber durchgefĂźhrten Modernisierungsprogramm wurden die Mi-24 auch in einigen anderen Ländern verändert und verbessert. So auch in Tschechien, Polen, Belarus und auch in der Ukraine in mehr oder weniger groĂem Umfang. Die Ukraine bot neben Verbesserungen an Sensoren und Selbstschutz ab 2010 auch ein stärkeres Triebwerk an. Auch Firmen wie die franzĂśsische Sagem beteiligten sich. So stattete Sagem zwĂślf usbekische Mi-24 mit einem FLIR und modernen Navigationssystemen aus. Auch die israelische Firma Elbit rĂźstete einige mazedonische, senegalesische und georgische Mi-24W mit Nachtsichtgeräten und weiterer Elektronik aus. 2003 wurde auch ein weiterer Umbau von 25 Mi-24 durch Elbit fĂźr die indische Armee bekannt. Nach dem Umbau wurde auch der Einsatz israelischer Panzerabwehrraketen mĂśglich. Auch die sĂźdafrikanische Firma Advanced Technologies and Engineering (ATE) (heute Teil der Paramountgroupcite-ref-paramountgroup-com-6-0[6]) baute einige Mi-24 zu âSuperHindâ genannten Maschinen um. So wurden 34 Hubschrauber zwischen 1999 und 2002 auf den Mk2-Standard gebracht.cite-ref-jakub-fojtik-3-8[3] Später wurden diese auf den Mk3-Stand nachgerĂźstet, der ein Glascockpit, einen Ersatz der Kanone durch eine 20-mm-Kanone M693 von Giat Industries sowie eine umfangreiche Sensorausstattung (zum Beispiel das Carl Zeiss Optronics Argos 410-Z) enthielt.cite-ref-wordpress-com-7-0[7]
Im Jahr 2013 wurde von den russischen Armeefliegern zwar eine groĂe Anzahl von Mi-28 und Ka-52 bestellt, gleichzeitig jedoch auch eine grĂśĂere Anzahl der Mi-24-Weiterentwicklung Mi-35M. Die Bandbreite von Aufgaben, welche der Mi-24 erfĂźllen kann, wird nun auf mehrere Muster wie den Mi-8ATSH und Mi-28 aufgeteilt.
Ogadenkrieg (1977â78)
Der erste Kampfeinsatz des Mi-24 fand im Rahmen des Ogadenkrieges in Reihen der äthiopischen Luftwaffe statt. Nachdem sich Somalia 1977 von der Sowjetunion distanzierte, unterstßtzte die Sowjetunion die äthiopische Armee mit einer massiven Luftbrßcke.
Die Mi-24 war maĂgeblich am ZurĂźckdrängen der somalischen Truppen aus den Ogaden verantwortlich, hierbei flogen die Mi-24 massive Luftangriffe.cite-ref-8[8]
Tschadisch-libyscher Grenzkonflikt (1978â1987)
Die libysche Luftwaffe setzte Mi-24A und Mi-25 in erheblichem Umfang gegen tschadische Truppen ein. Libysche Mi-24A waren an der Eroberung der tschadischen Hauptstadt NâDjamena durch tschadische Rebellen beteiligt.cite-ref-9[9]
Im März 1987 eroberten tschadische Truppen einen libyschen LuftwaffenstĂźtzpunkt und erbeuteten 3 Mi-25. Im Rahmen der Operation Mount Hope III im Mai 1988 wurden diese Hubschrauber in die USA, GroĂbritannien und Frankreich verbracht.cite-ref-10[10]
Sowjetischer Krieg in Afghanistan (1979â1989)
Im April 1979 wurden erste sowjetische Mi-24 fßr den Kampf gegen Mudschahedin-Gruppen an die afghanische Luftwaffe geliefert,cite-ref-goebel-11-0[11] der erste am 18. Juli 1979 abgeschossen.cite-ref-12[12]cite-ref-13[13] Die Mi-24 wurde während des ganzen Konfliktes in erheblichen Umfang von der sowjetischen wie der afghanische Luftwaffe gegen die Mudschahedin-Bewegungen eingesetzt. Als die USA FIM-92 Stinger-Luftabwehrraketen an die Mudschahedin lieferten, wurden diese bevorzugt gegen Mi-24 und Mi-8 eingesetzt. Trotz der Abschßsse erwies sich die Mi-24 als effektiv.cite-ref-goebel-11-1[11] Die Gesamtzahl der in Afghanistan eingesetzten Mi-24 ist schwer zu beziffern.cite-ref-14[14] Ende 1990 verfßgte die sowjetische Luftwaffe ßber 1420 Mi-24.cite-ref-15[15] Schätzungen gehen davon aus, dass insgesamt 600 Hubschrauber aller Typen in Afghanistan im Einsatz waren, wovon 250 Mi-24 gewesen sein sollen.cite-ref-nelson-16-0[16] Ein Bericht der Central Intelligence Agency geht davon aus, dass die Anzahl von Mi-24 von 80 im Jahr 1980 auf 120 anstieg.cite-ref-nelson-16-1[16]
Golfkrieg (1991)
Während der irakischen Invasion in Kuwait wurden irakische Mi-24 eingesetzt. Sie wurden aber nach kurzer Zeit teilweise zurßckgezogen, da die irakische Luftwaffe diese fßr eventuelle spätere Konflikte bereithalten wollte.
Kosovo-Krieg (1998â1999)
Zwei gebrauchte Mi-24W, die Anfang der 1990er Jahre aus der Ukraine beschafft wurden, wurden von den jugoslawischen Spezialeinheiten während des Kosovo-Krieges gegen kosovo-albanische Rebellen eingesetzt.cite-ref-19[19]
Cenepa-Krieg (1995)
Anfang 1995 setzten peruanische Luftstreitkräfte die Mi-24 während des kurzen Cenepa-Krieges gegen ecuadorianische Streitkräfte ausgiebig ein. Der einzige Verlust eines Mi-24 ereignete sich am 7. Februar 1995, als peruanische Mi-24 Angriffe auf schwer befestigte ecuadorianische durchfßhrten. Dabei wurde die peruanische Mi-24 durch zwei schultergestßtzte MANPADs 9K38 Igla getroffen. Hierbei starben alle drei Besatzungsmitglieder.cite-ref-20[20]
Bis 2011 kaufte Peru weitere 3 Mi-35 aus Russland.cite-ref-21[21]
Sudanesischer BĂźrgerkrieg (1995â2005)
Im Jahr 1995 erwarb die sudanesische Luftwaffe sechs Mi-24, um sie gegen Rebellen im Sßdsudan einzusetzen. Mindestens 2 Mi-24 gingen bei Unfällen verloren. Im Frßhjahr 2001 erwarb die sudanesische Luftwaffe weitere 12 Mi-24 und setzte diese in verschiedenen kleineren Konflikten mit Stämmen ein.cite-ref-22[22]
Krieg in Somalia (2006â2009)
Im Rahmen des äthiopischen Eingreifens in den somalischen Bßrgerkrieg waren etwa drei Mi-35 und zehn Mi-24D von der äthiopischen Luftwaffe im Konflikt eingesetzt. Ein äthiopischer Mi-24D wurde am 30. März 2007 in der Nähe des internationalen Flughafen Mogadischu abgeschossen.cite-ref-23[23]
Irakischer Aufstand (nach Abzug der USA)
Der Irak bestellte im Sommer 2013 insgesamt 35 Mi-35M, als Teil eines grĂśĂeren Waffendeals.cite-ref-24[24] Die erste Lieferung erfolgte auf Initiative des damaligen irakischen Premierministers Nuri al-Maliki im November 2013 mit einer Anzahl von 6 Mi-35.cite-ref-25[25]
Der erste Einsatz erfolgte gegen Lager des Islamischen Staats und Splittergruppen von Al-Qaida im Raum Ramadi und Falludscha.cite-ref-26[26]
Am 3. Oktober 2014 schossen IS-Terroristen mit schultergestĂźtzten HongYing-6 MANPADs im Raum um die Stadt Baiji einen irakischen Mi-35M ab.cite-ref-27[27] In Videos die von IS-Terroristen aufgenommen wurden, sind weitere 2 irakische MI-35M zu sehen, welche von leichten Flugabwehrkanonen abgeschossen werden.cite-ref-28[28]
Annexion der Krim 2014 durch Russland
Während der russischen Annexion der Krim setzten die russischen Luftstreitkräfte 13 Mi-24 ein. Es kam zu keinen Kampfhandlungen.cite-ref-29[29]
Krieg im Donbass (2014â2021)
Am 5. Mai 2014 musste ein weiterer ukrainischer Mi-24P, nachdem er im Raum Slowjansk beschossen wurde, hinter den eigenen Linien notlanden. Die ukrainischen Streitkräfte bargen beide Piloten und sprengten den Hubschrauber, da er fast vollständig zerstÜrt worden war.cite-ref-31[31]
Ukrainische Mi-24 und Suchoi Su-25 fßhrten während der Schlacht um den Donezker Flughafen unter Luftdeckung von MiG-29 zahlreiche Luftnahunterstßtzungsoperationen durch.cite-ref-32[32]
Am 13. Oktober 2018 schoss im Raum Lyssytschansk eine ukrainische Mi-24 eine russische Aufklärungsdrohne Orlan-10 mit Bordkanonenfeuer ab.cite-ref-33[33]
Russischer Ăberfall auf die Ukraine
Beim russischen Ăberfall auf die Ukraine setzen beide Seiten Mi-24/35 ein. Bis zum 24. Juni 2023 gingen mindestens 17 russische und 7 ukrainische Mi-24/35 verloren.cite-ref-34[34]
Rekorde
Mehrmals wurde mit dem Mi-24 der Geschwindigkeitsweltrekord fßr Hubschrauber gebrochen. Zunächst am 16. Juli 1975 mit 341,35 km/h auf einem 15/25-km-Kurs, dann zwei Tage später 334,46 km/h (Antrieb TW2-117A) auf einem 100-km-Kurs und 333 km/h auf einem 1000-km-Kurs. Insgesamt 18 Rekorde wurden durch die beiden Pilotinnen Galina Wiktorowna Rastorgujewa und Ljudmila Alexandrowna Poljanskaja mit dem Hubschrauber aufgestellt, darunter auch Steigrekorde auf 3000 und 6000 m. Nach drei Jahren mit Verbesserungen am Hubschrauber wurde durch den Piloten Gurgen Rubenowitsch Karapetjan am 21. September 1978 mit 368,40 km/h (TW3-Antrieb) ein weiterer Geschwindigkeitsrekord aufgestellt, der erst sechs Jahre später durch eine Westland Lynx gebrochen wurde. Fßr die Rekordflßge wurde einer der W-24-Prototypen zu einer als A-10 bezeichneten Maschine umgebaut. Dazu wurden die Panzerung, Bewaffnung sowie alle nicht unbedingt benÜtigten Komponenten ausgebaut, die Triebwerke auf eine hÜhere Leistung gebracht, die Flßgel demontiert, aerodynamische Verkleidungen angebracht und Rotordämpfer eingebaut.cite-ref-jakub-fojtik-3-9[3]
Aufbau
Der Rumpf des Mi-24 ist eine vollständige Neuentwicklung. Er fasst in der Kabine acht Soldaten mit kompletter Ausrßstung. Alternativ kÜnnen in der Kabine auch ein Satz Munition und ein bis zwei Waffenwarte untergebracht werden, um ein Aufmunitionieren während des Einsatzes zu ermÜglichen. Auf beiden Seiten befinden sich nach oben und unten aufklappende Kabinentßren, die ein schnelles Ein- und Aussteigen bzw. Be- und Entladen ermÜglichen. An der unteren Einstiegstßr ist eine durchgehende Trittstufe montiert. Unter dem Kabinenboden befinden sich beschussfeste Tanks.
Trotz seiner vergleichsweise hohen Masse ist der Mi-24 ein relativ schneller Hubschrauber; nicht zuletzt, weil er im Gegensatz zu anderen Kampfhubschraubern ßber ein aerodynamisch gßnstiges Einziehfahrwerk verfßgt. Dies fßhrt allerdings zu schlechteren Notlandeeigenschaften, da das Ausfahren des Fahrwerkes bei geringer FlughÜhe zu lang dauern kann. Um den Aufprall bei einer Notlandung zu minimieren, wird das nach hinten einklappende Bugfahrwerk nicht vollständig in den Rumpf eingefahren, sodass die Reifen teilweise sichtbar bleiben. Die ebenfalls nach hinten einfahrenden Hauptfahrwerksbeine verschwinden nach einer Drehung in den hinteren Fahrwerksschächten und werden von Klappen verdeckt.
Die frĂźhen Modellreihen verfĂźgten noch Ăźber ein geräumiges Flugdeck fĂźr die aus Pilot, Copilot, taktischem Navigator und Beobachter bestehende Besatzung. Im Bug war ein einzelnes schwenkbares 12,7-mm-Maschinengewehr eingebaut. Ab dem Mi-24D wurde das Cockpit in zwei Kanzeln in Tandemanordnung unterteilt, wie es inzwischen bei den meisten Kampfhubschraubern Ăźblich ist. In der vorderen Kanzel sitzt der BordschĂźtze/Waffensystemoffizier. Er besteigt die Kanzel Ăźber in den Rumpf eingelassene Stufen unterhalb der nach Steuerbord schwenkenden Klapphaube. Dahinter befindet sich erhĂśht die Kanzel des Piloten. Er erreicht diese Ăźber eingelassene Stufen und eine nach hinten aufschwingende TĂźr auf der Steuerbordseite. Die Frontscheiben beider Kanzeln sind plan und bis zum Kaliber 12,7 mm beschussfest. Zum weiteren Schutz der Besatzung sind seitlich Panzerplatten eingebracht. Ein Querschott zwischen beiden Kanzeln soll die Gefahr eines Rumpfbruches an dieser Stelle reduzieren. AuĂerdem sitzen beide Besatzungsmitglieder auf mit Aufprallschutz versehenen Panzersitzen. Am Bug befindet sich ein um 180° schwenkbares vierrohriges 12,7-mm-JakB-Maschinengewehr. Ab der Version Mi-24P wurde dieses MG durch eine starre zweirohrige 30-mm-Maschinenkanone GSch-30/II ersetzt.
Ăber der Kabine sind nebeneinander die beiden Wellenturbinen angeordnet. Die Triebwerkseinlässe werden von groĂen Kuppel-Abscheidern fĂźr FremdkĂśrper verdeckt. Leicht oberhalb zwischen den Triebwerken befindet sich der ĂlkĂźhler mit einem Einlass in Flugrichtung. Die Abgasrohre treten auf HĂśhe der Hinterkante der KabinentĂźr auf beiden Seiten aus. An diese kĂśnnen Maskierungsgeräte montiert werden, welche die heiĂen Abgase mit kalter Umgebungsluft mischen, um die Wärmesignatur zu reduzieren. Diese Konfiguration wurde später auch beim Mi-8 Ăźbernommen. Am hinteren Ende des Triebwerksbuckels ist quer zur Längsachse ein Hilfstriebwerk untergebracht. Dessen Lufteintritt befindet sich auf der Steuerbordseite, der Austritt auf der Backbordseite.
Der fßnfblättrige Hauptrotor besteht aus einem Schmiedeteil aus Titan als Rotornabe, wobei die Rotorblätter hydraulisch ßber konventionelle Schlag- und Schwenkgelenke verstellt werden. Sie wurden bis zum Mi-24U aus einem Holm mit angeklebten Aluminiumtaschen gefertigt. Später bestanden die Hauptholme aus einem extrudierten Stahlrohr, das mit seiner D-Form die Nasenkante des Rotorblattes bildet. Diese Nasenkante ist elektrisch beheizbar. Das Profil hinter dem Holm ist eine Glasfaser-Wabenstßtzkern-Sandwich-Konstruktion. Alle Bauteile des Hauptrotors sollen 12,7-mm-Geschossen widerstehen kÜnnen.
Der dreiblättrige Heckrotor befand sich bei der ersten Serienversion (Mi-24A) noch auf der Steuerbordseite, wurde dann aber auf die Backbordseite versetzt. Am Heck befinden sich zudem bewegliche HÜhenflossen, ein Notsporn zur Vermeidung von Bodenberßhrungen des Heckauslegers und ein Antikollisionslicht.
Die Tragflächenstummel des Mi-24 tragen im Vorwärtsflug zu etwa 25 % zum Auftrieb bei. Umgekehrt bedeutet dies aber auch, dass es bei scharfen Wendungen mit niedriger Geschwindigkeit zu ĂźbermäĂigen Auftriebsverlusten und Rollen des Helikopters kommen kann. In diesen Flugsituationen muss daher besonders aufmerksam und vorsichtig manĂśvriert werden.
Der Mil Mi-24 hat ab der Version Mi-24D am Bug eine markante Sensorsonde fĂźr Messungen von Fluggeschwindigkeit, Gier- und Anstellwinkel. Ergänzt werden die Fluglageinstrumente durch zwei elektrisch beheizte Pitotrohre auf beiden Seiten der Kanzel des BordschĂźtzen. Am Heckausleger befinden sich eine Antenne fĂźr das Instrumentenlandesystem, ein Kreiselkompass und ein FunkhĂśhenmesser. AuĂerdem sind Systeme zur Warnung vor gefährlichen Flugzuständen vorhanden. Im Notfall kann auch der BordschĂźtze die Steuerung des Hubschraubers Ăźbernehmen.
FĂźr die Waffenanlage sind an der Unterseite des Bugs steuerbord ein optisches Sensorenpaket mit einem Restlichtverstärker und einem Infrarot-Zeilenabtaster angebracht. An der Unterseite backbord ist eine Radarlenkanlage fĂźr die Panzerabwehrraketen angebracht. Ein Laserzielmarkierer befindet sich an der Endplatte des Backbord-StummelflĂźgels. FĂźr den Waffeneinsatz verfĂźgt der Mi-24 Ăźber einen mit der Visiereinrichtung gekoppelten Waffenrechner. Die Bedienung der Waffenanlage ist auch durch den Piloten aus der hinteren Kanzel mĂśglich. Am Bug und am Heck befinden sich je eine Antenne fĂźr die Freund-Feind-Erkennung. FĂźr die Kommunikation Ăźber Funk sind eine Drahtantenne vom Anfang des Heckauslegers bis zu den HĂśhenflossen und weitere Ultrakurzwellen-Antennen auf der Oberseite des Heckauslegers angebracht. AuĂerdem verfĂźgt der Mi-24 Ăźber ein Kartennavigationssystem auf Basis des Doppler-Bodenradars DISS-15D. Die Antennen des Bodenradars befinden sich unter dem Heckausleger.
Erfahrungen in den hohen GebirgszĂźgen Afghanistans zeigten in den 1980er-Jahren, dass der Mi-24A/D bei voller Bewaffnung Ăźber unzureichende Leistung verfĂźgte. Deswegen wurden mit dem Mi-24W stärkere Triebwerke und Sandfilter zum Schutz der Triebwerke verbaut. Um trotz dieser Leistungssteigerung länger fliegen zu kĂśnnen, bauten die Fronteinheiten Sitze und Panzerung in der Truppenkabine aus und fĂźllten die Tanks nicht mehr als zu zwei Dritteln. Zudem wurden von der immensen Bewaffnung nur zwei Raketen-Rohrstartbehälter, zwei Panzerabwehrlenkraketen und 500 Schuss Munition mitgefĂźhrt, letzteres auch wegen der StĂśranfälligkeit bei langem Dauerfeuer des MG. Mit der Ăberschreitung der zugelassenen Flugparameter und einer Ăberlastung der Hauptrotoren konnten die Piloten steiler in engen Tälern abtauchen. Bei ManĂśvern mit hohen Lastvielfachen und hohem Anstellwinkel konnte es zu einem StrĂśmungsabriss der Hauptrotorblätter mit einem Durchsacken der Maschine kommen. In einer solchen Situation oder beim Ausleiten aus einem ManĂśver mit einem hohen Lastvielfachen konnte es zur BerĂźhrung der Hauptrotorblätter mit dem Heckrotorausleger kommen.cite-ref-yefim-gordon-dmitriy-komissarov-35-0[35]
Versionen
⢠W-24 â zwei Prototypen mit Isotow-TW3-117A-Wellenturbinen. Erstflug am 15. September 1969.
⢠Mi-24A (Isdelije 245) (NATO-Codename: âHind-Bâ) â Erste Serienversion mit zwei Isotow-TW3-117WM-Wellenturbinen und durchgehender Kabine.
⢠Mi-24B (Isdelije 241) âHind-Aâ â kampfwertgesteigerter Mi-24A, wurde zugunsten des Mi-24D aufgegeben.
⢠A-10 (âHind-A/Câ) â Rekordversion
⢠Mi-24U (Isdelije 244) âHind-Câ â Ausbildungs- und Trainerversion des Mi-24A aus dem Jahr 1974 ohne Kanonenbewaffnung.
⢠Mi-24D (Isdelije 246) âHind-Dâ â schwerbewaffneter Kampfhubschrauber mit vierläufigem 12,7-mm-MG JakB im Kinnturm.
⢠Mi-24DU (Isdelije 249) âHind-Dâ â unbewaffnete Schulversion des Mi-24D mit Doppelsteuerung.
⢠Mi-24E â Version fĂźr die UmweltĂźberwachung.
⢠Mi-24K (Isdelije 201) âHind-G2â â ab 1979 gebaute Version mit groĂer Kamera und Objektiv in der Kabine fĂźr Artillerieaufklärung.
⢠Mi-24KD â ab Mitte der 1980er Jahre gebaute verbesserte Version der Mi-24K.
⢠Mi-24RChR (Isdelije 2462) âHind-G1â â Version zur Aufklärung von ABC-Kontamination. Ab 1978 aus Mi-24D gebaut. Einige verbesserte Mi-24RA wurden zwischen 1989 und 1990 gebaut.
⢠Mi-24P (Isdelije 243) âHind-Fâ â Kampfhubschrauber mit zweiläufiger 30-mm-Kanone auf der rechten Rumpfseite.
⢠Mi-24PN â aufgerĂźsteter Mi-24P mit NachtsichtausrĂźstung (BREO-24) vorne in der Nase und 9M120-PALR.
⢠Mi-24PS (Isdelije 352) â Umbauversion des Mi-24W als Rettungs- und Polizeihubschrauber (Patrul'nospasatelny: âpatrouillieren/rettenâ) fĂźr das russische Innenministerium MWD bzw. deren paramilitärische Polizeieinheiten. Der erste Prototyp wurde im Jahr 1995 aus einem Mi-24P umgebaut, der zweite aus einem Mi-24W. Bei den Umbauten wurden die optischen Zielsysteme, die Bordkanonen sowie die Endplatten mit den PALR-Werfern nicht montiert. HinzugefĂźgt wurden ein moderner FLIR-Turm, ein Dutzend Lautsprecher in einem Block, ein FPP-7-Scheinwerfer, eine LPG-4-Rettungswinde fĂźr 120 kg Last, vier Abseilpunkte, um vier Personen gleichzeitig abseilen zu kĂśnnen, sowie weitere SteigbĂźgel um die Kabine herum. Hinzu kam der Austausch der militärischen Funkgeräte gegen Satellitenkommunikation und verschlĂźsselte Polizeifunkgeräte. Die Farbgebung erfolgte in weiĂ mit blauen Titeln russisch ĐиНиŃŃ (âMiliziaâ).
⢠Mi-24W (Isdelije 242) âHind-Eâ â verbesserte Version des Mi-24D mit 9M114-Schturm-W-Panzerabwehrraketen und SelbstschutzausrĂźstung.
⢠Mi-24WK-1/2 â Mi-24W mit Noktjurn GOES-342-FLIR-Turm und 9M120-PALR aufgerĂźstet.
⢠Mi-24WP (Isdelije 258) âHind-Hâ â aus dem Mi-24W abgeleitete Version mit geänderter Bugstruktur fĂźr die Aufnahme einer GSch-23L von 1985; Vorläufer des Mi-24WM
⢠Mi-24PK-2 â mit Verbesserungen Block 1â5 aufgerĂźstete Version des Mi-24P.
⢠Mi-25 (âHind-Dâ) â Exportversion des Mi-24D.
⢠Mi-35 (âHind-Eâ) â Exportversion des Mi-24W.
⢠Mi-35D â verbesserte Exportvariante.
⢠Mi-35M (âHind-Eâ) â Exportversion der Nachtangriffsvariante Mi-24WM mit dem Rotorsystem des Mil Mi-28 und den stärkeren Wellenturbinen Klimow WK-2500. Mit komplett neuem Avionik- und Sensorpaket mit GOES-342-FLIR und GPS/GLONASS-Navigationssystem. Unterversionen (Block 1 bis Block 5) mit unterschiedlichen Bewaffnungsoptionen.
⢠Mi-35MS fliegender Kommandostand.
⢠Mi-35P (âHind-Fâ) â Exportversion des Mi-24P.
⢠Mi-35PN â Exportbezeichnung des Mi-24PN.
⢠Mi-35PS â Variante des Mi-24PS, basierend auf der Mi-24W.
⢠Mi-35U â unbewaffnete Export-Trainerversion.
⢠ATE âSuperHindâ Mk.III â Upgrade des sĂźdafrikanischen Unternehmens Advanced Technologies & Engineering Co. (PTY) mit verbesserter Avionik und Bewaffnung. Seit November 2003 ist der âSuperhind Gâ auf dem Markt. Der Hubschrauber ist eine Gemeinschaftsentwicklung verschiedener Avionikunternehmen. Er kann mehr Last aufnehmen, ist schneller und effektiver als das Basismodell.
⢠Mi-PSW â Experimentalhubschrauber auf der Basis des Mi-24.
Technische Daten
| KenngrĂśĂe | Daten Mil Mi-24D | Daten Mil Mi-35M [ 36 ] |
|---|---|---|
| Besatzung | 2â3 (1 Pilot, 1 SchĂźtze (Operator), 1 Bordtechniker) | 2 (1 Pilot, 1 SchĂźtze (Operator)) |
| Passagiere | 8 vollausgerĂźstete Soldaten bzw. 10 Soldaten ohne AusrĂźstung | 8 vollausgerĂźstete Soldaten |
| Rotorkreisdurchmesser | 17,30 m | 17,30 m |
| Hauptrotorfläche | 235 m² | 235 m² |
| Heckrotordurchmesser | 3,90 m | 3,91 m |
| Rumpflänge | 17,30 m | 17,51 m |
| HĂśhe | 4,44 m | 3,97 m |
| KabinenhĂśhe | 1,20 m | |
| Kabinenlänge | 2,61 m | |
| Kabinenbreite | 1,47 m | |
| Radstand | 4,63 m | 4,39 m |
| Spurbreite | 3,44 m | 3,03 m |
| Leermasse | 8.400 kg | 8.354 kg [ 37 ] |
| Startmasse | normal 10.900 kg max. 11.500 kg | |
| Triebwerk | 2Ă Gasturbine Klimow TW3-117 A [ 38 ] | 2Ă Gasturbine Klimow WK-2500-02 |
| Leistung | je 1.619 kW (2.200 PS) | je 1.619 kW (2.200 PS) |
| HĂśchstgeschwindigkeit | 315 km/h (max. Startmasse) 335 km/h (norm. Startmasse) | 300 km/h |
| Marschgeschwindigkeit | 260 km/h | 220 km/h |
| Steiggeschwindigkeit | 12,5 m/s | |
| GipfelhĂśhe | 4.500 m | 5.400 m |
| Reichweite | 750 km | 970 km |
Sensoren
Der Mi-24 verfßgt ßber eine Reihe von passiven und aktiven Sensoren fßr Zielaufklärung und Zielbeleuchtung fßr den Waffeneinsatz.
Das Leitgerät Raduga-F in den Mi-24D/P/W und Mi-35 dient der Geländebeobachtung sowie dem Suchen, Erkennen und Identifizieren von Zielen mittels Fernseh- und Wärmebild. Es Ăźbernimmt anschlieĂend die manuelle oder halbautomatische Lenkung der Panzerabwehr-LenkflugkĂśrper bis zum ausgewählten Ziel. Die Sicht ist mit maximal 18° Abweichung auf beiden Seiten bei einer maximalen Reichweite von 5 km eng nach vorne begrenzt. Das Gehäuse befindet sich rechts unterhalb des Kinnturms.
Der Mi-35M verfßgt zusätzlich ßber das GOES-342. Das elektro-optische System des GOES (Gyrostabilised Optical Electronic System) besteht aus einer kreiselstabilisierten Sensorkugel mit einer Videokamera und einem gekoppelten Wärmebildgerät (WBG). Darin ist auch ein Laserentfernungsmesser als Indikator fßr das Waffenleitsystem eingebaut.
Bewaffnung
Festinstallierte Rohrbewaffnung im Bug
⢠1 à 12,7-mm-Maschinengewehr Afanasjew A-12,7 (TBK-481M), beschränkt beweglich in einer NUW-1-Lafette in der Bugspitze eingebaut mit 200 Schuss Munition (Mi-24A)
⢠1 à vierläufiges 12,7-mm-Gatling-Maschinengewehr Jakuschew/Borsow JakB-12,7 (9A624) in einem schwenkbaren halbkugelfÜrmigen USPU-24-Kuppelturm mit 1470 Schuss Munition (Mi-24D/W)
⢠1 Ă doppelläufige 30-mm-Maschinenkanone Grjasew-Schipunow GSch-30-2K (9Đ623) in einer steuerbords starr eingebauten NPU-30-Halterung mit 470 Schuss Munition (Mi-24P)
⢠1 Ă doppelläufige 23-mm-Maschinenkanone Grjasew-Schipunow GSch-23L (9Đ472) in schwenkbarem halbkugelfĂśrmigem NPPU-24-Turm mit 450 Schuss Munition (Mi-24WP/WM, Mi-35M)
Waffenzuladung von 1000 kg an vier BDZ-57KrW-Pylonen unter beiden StummelflĂźgeln
Luft-Luft-LenkflugkĂśrper
⢠2 Ă 9K38W-Doppelstarter mit je 2 Ă GosMKB Wympel JSC 9K38W Igla-W â infrarotgesteuert fĂźr Kurzstrecken (ab Mi-24WM & Mi-35M)cite-ref-39[39]
Luft-Boden-LenkflugkĂśrper
⢠4 Ă Startschienengestell mit je 2 Ă Kolomna 9M114M1 âSchturmâ â funkferngesteuerter (SACLOS) Panzerabwehr-LenkflugkĂśrper (ab Mi-24W und Mi-35)
⢠2 Ă APU-8/4-U-Startschienengestell mit je 8 Ă Kolomna 9M120F âAtaka-Wâ â funkferngesteuerter (SACLOS) Panzerabwehr-LenkflugkĂśrper (ab Mi-24WP und Mi-35M)
⢠2 Ă 2P32M-Startschienengestell mit je 2 Ă Nudelman 9M17P âFalanga-PWâ â funkferngesteuerter (SACLOS) Panzerabwehr-LenkflugkĂśrper (nur Mi-24A/Mi-24D)
Ungelenkte Luft-Boden-Raketen
⢠4 à UB-16-57UM-Raketen-Rohrstartbehälter mit je 16 ungelenkten Luft-Boden-Raketen S-5; Kaliber 57 mm
⢠4 à UB-32A-24-Raketen-Rohrstartbehälter mit je 32 ungelenkten Luft-Boden-Raketen S-5; Kaliber 57 mm
⢠4 à B-8W-20-A-Raketen-Rohrstartbehälter mit je 20 ungelenkten Luft-Boden-Raketen S-8; Kaliber 80 mm
⢠4 à RML-122(Grad-L)-Raketen-Rohrstartbehälter mit je 4 ungelenkten Luft-Boden-Raketen LR-122 (JROF-122-L); Kaliber 122 mm (ab Mi-24W)
⢠4 à B-13L1-Raketen-Rohrstartbehälter mit je 5 ungelenkten Luft-Boden-Raketen S-13; Kaliber 122 mm (nur Mi-24WP, Mi-35)
⢠4 à APU-68UM3-Startschienen mit je einer ungelenkten Luft-Boden-Rakete S-24B; Kaliber 240 mm (235 kg)
Freifallende Bomben
⢠2 à FAB-500SchN (500-kg-Freifallbombe)
⢠2 à ZB-500 (500-kg-Brandbombe)
⢠2 à ODAB-500PMW (500-kg-Aerosolbombe)
⢠2 à RBK-500 (500-kg-Streubombe)
⢠4 à Basalt FAB-250M-54 (234-kg-Freifallbombe)
⢠4 à OFAB-250 (250-kg-Freifallbombe)
⢠4 à RBK-250-275 (275-kg-Streubombe)
⢠4 à Basalt FAB-100 (100-kg-Freifallbombe)
⢠4 à OFAB-100 (100-kg-Freifallbombe)
⢠4 Ă CCP-100-70 (100-kg-Ăbungsbombe mit Betonmantel)
Externe Behälter
⢠2 à Basalt KMGU-2 (270-kg-Submunitionsbehälter fßr Kleinbomben und Minen)
⢠2 à UPK-23-250-Maschinenkanonen-Behälter (doppelläufige 23-mm-Maschinenkanone GSch-23L mit 250 Schuss Munition)
⢠2 à GUW-8700 (9A669) Universalbehälter fßr ein JakB-12,7-mm-MG (9A624 analog Kinnturm), 750 Schuss Munition und zwei vierläufige Gatling-Maschinengewehre GSchG 7,62 mm (9A622) mit 1.800 Schuss Munition
⢠2 à GUW-8700 (9A800) Universalbehälter fßr einen automatischen 30-mm-Granatwerfer AG-17A Plamja mit 300 Granatencite-ref-40[40]
⢠4 à abwerfbare Zusatz-Treibstofftanks PTB-450 mit 450 Litern Kerosin
Selbstverteidigungssysteme
Aufgrund der Erfahrungen aus dem Einsatz in Afghanistan versah die Sowjetarmee ihre Mi-24D mit zwei in Doppelreihe angeordneten TäuschkÜrperwerfern. Der Mi-24 verfßgt fßr den Selbstschutz weiterhin ßber Infrarot-StÜrstrahler und Warnsysteme.
Mi-24D und Mi-24W
Aktive MaĂnahmen
⢠4 Ă TäuschkĂśrperwerfer Artem ASO-2W mit je 32 Ă 26-mm-TäuschkĂśrpern (feldmäĂig mit Kabelschellen am Ende des Heckauslegers nach unten gerichtet befestigt)
⢠1 Ă Infrarot-StĂśrstrahler (IRCM) Sagorski Optisch- und Mechanisches Werk (SOMS) L-166W-1AE âIspankaâ (âHot Brickâ auf dem hinteren RumpfrĂźcken zu Beginn des Heckauslegers)cite-ref-boopidoo-com-41-0[41]
Passive MaĂnahmen
⢠2 Ă AbgaskĂźhldiffusoren (InfrarotunterdrĂźckungs-AbgasluftkĂźhler âEWUâ) am Ende der doppelwandigen Abgasrohre
⢠2 Ă SRO-2 âChromâ-Freund-Feind-Erkennungssensor (IFF)
⢠2 à EKSP-39-Signalraketenwerfer fßr je vier verschiedenfarbige Signalraketen im Heckausleger
Mi-24P/Mi-35
Aktive MaĂnahmen
⢠6 à TäuschkÜrperwerfer Artem ASO-2W mit je 32 à 26-mm-TäuschkÜrpern (teils in aerodynamisch abgewinkelter Verkleidung oberhalb des Fahrwerks)
⢠1 Ă Infrarot-StĂśrstrahler (IRCM) SOMS L-166W-11E âIspankaâ oder SOEP-W1AE âLipaâ
Passive MaĂnahmen
⢠2 Ă AbgaskĂźhldiffusoren (InfrarotunterdrĂźckungs-AbgasluftkĂźhler âEWUâ) an den Enden der doppelwandigen Abgasrohre
⢠1 à LIP-Radarwarnsensorcite-ref-42[42]
⢠2 Ă SRO-2M âChromâ-Freund-Feind-Erkennungssensor (IFF)
⢠2 à EKSP-39-Signalraketenwerfer fßr je vier Signalraketen (Rot, Orange, Grßn und Gelb) beidseitig im Heckausleger integriert
Nutzerstaaten
Aktuelle Nutzer
⢠Afghanistan Afghanistan â 2018 befanden sich 4 Mi-35 im Dienst.cite-ref-mb2018-45-0[45] Im August 2024 zeigten die Taliban bei einer Parade am Flugplatz Bagram drei Mil Mi-24.cite-ref-47[46.1]
⢠Ăquatorialguinea Ăquatorialguinea â Mit Stand Januar 2018 befanden sich 5 Mi-24P/W im Dienst.cite-ref-50[45.3]
⢠Aserbaidschan Aserbaidschan â Mit Stand Januar 2018 befanden sich 26 Mi-24 und 24 Mi-35M im Dienst.cite-ref-52[45.5]
⢠Athiopien Ăthiopien â Mit Stand Januar 2018 befanden sich 15 Mi-24 und 3 Mi-35 im Dienst.cite-ref-53[45.6]
⢠Burkina Faso Burkina Faso â Mit Stand Januar 2018 befanden sich 2 Mi-35 im Dienst.cite-ref-56[45.9]
⢠Kongo Demokratische Republik Demokratische Republik Kongo â Mit Stand Januar 2018 befanden sich 4 Mi-24 und 3 Mi-24W im Dienst.cite-ref-58[45.11]
⢠ElfenbeinkĂźste ElfenbeinkĂźste â Ab dem Januar 2018 befindet sich 1 Mi-24 im Dienst.cite-ref-59[45.12]
⢠Indien Indien â Mit Stand Januar 2018 befanden sich 19 Mi-25/Mi-35 im Dienst der Indian Air Force.cite-ref-62[45.15]
⢠Indonesien Indonesien â Mit Stand Januar 2018 befanden sich 6 Mi-35P im Dienst.cite-ref-63[45.16]
⢠Kasachstan Kasachstan â Mit Stand Januar 2018 befanden sich 20 Mi-24W und 4 Mi-35M im Dienst.cite-ref-66[45.19]
⢠Kirgisistan Kirgisistan â Mit Stand Januar 2018 befanden sich 2 Mi-24 im Dienst.cite-ref-67[45.20]
⢠Nordmazedonien Nordmazedonien â Mit Stand Januar 2018 befanden sich 4 Mi-24W im Dienst der Luftwaffe.cite-ref-75[45.28]
⢠Russland Russland â Am 7. März 2019 befanden sich mindestens 127 Mi-24W/P und Ăźber 74 Mi-35M im Dienst der russischen Luftstreitkräfte.cite-ref-80[47]cite-ref-81[48]
⢠Tadschikistan Tadschikistan â Mit Stand Januar 2018 befanden sich 4 Mi-24 im Dienst.cite-ref-90[45.40]
⢠Turkmenistan Turkmenistan â Mit Stand Januar 2018 befanden sich 10 Mi-24P im Dienst.cite-ref-92[45.42]
⢠Usbekistan Usbekistan â Mit Stand Januar 2018 befanden sich 29 Mi-24 im Dienst.cite-ref-62-1[45.15]
⢠Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten - Einige Mi-24 werden von der US Army zur Feinddarstellung geflogen
⢠Zypern Republik Zypern â Mit Stand Januar 2018 befanden sich 11 Mi-35P im Dienst der Nationalgarde.cite-ref-100[45.48]
Ehemalige Nutzer
⢠Deutschland Demokratische Republik 1949 Deutsche Demokratische Republik: 42 Ă Mi-24D, 12 Ă Mi-24P. Von 1978 bis 1989 an die NVA geliefert, Einsatz in den Kampfhubschraubergeschwadern KHG-3 und KHG-5 der Armeefliegerkräfte. Die beiden KHG stellten regelmäĂig auf grenznahen StĂźtzpunkten im Rahmen des Diensthabenden Systems der Luftverteidigung Hubschrauber ab.cite-ref-101[52] 3 Mi-24D-Verluste.
⢠Deutschland Deutschland: 51 von der NVA Ăźbernommen. Nach der Wiedervereinigung wurden einige Mi-24 der NVA bei der Wehrtechnischen Dienststelle 61 der Bundeswehr erprobt, je ein Mi-24D und P gingen zur Feinddarstellung an die US-Armee. Die restlichen wurden bei der Heeresfliegerstaffel (HFS) Ost und HFS 80 im nichtregulären Dienst geflogen und schlieĂlich am 14. September 1994 auĂer Dienst gestellt. 18 Mi-24D wurden an Polen abgegeben und beim 49. PSB (Kampfhubschrauberregiment) in Pruszcz GdaĹski eingesetzt. Ungarn Ăźbernahm die Ăźbriggebliebenen Mi-24 â sofern sie nicht an Museen abgegeben wurden â als Ersatzteilspender.cite-ref-102[53]
⢠Kongo Republik Republik Kongo â Spätestens bis zum Januar 2018 ausgemustert.cite-ref-110[45.56]
⢠Sierra Leone Sierra Leone â Spätestens bis zum Januar 2018 ausgemustert.cite-ref-111[45.57]
⢠Tschechoslowakei Tschechoslowakei: 61 Ă Mi-24 zwischen 1978 und 1989 beschafft (28 Mi-24D, 31 Mi-24W, 2 Mi-24DU). Stationiert waren sie beim 51. Hubschraubergeschwader (VrtulnĂlovy pluk) in Prostejov und beim 11. Hubschraubergeschwader in LĂne. 5 Verluste durch Absturz, die restlichen 56 wurden nach der Teilung der Tschechoslowakei zwischen Tschechien und der Slowakei im Verhältnis 2:1 aufgeteilt.cite-ref-113[54] Die letzten 7 Mi-35 wurden am 15. Oktober 2023 offiziell auĂer Dienst gestellt.cite-ref-114[55]
Bilder
Siehe auch
Literatur
⢠Michael Normann: Mi-24. Motorbuch, Stuttgart 2016, ISBN 978-3-613-03897-4.
⢠Wilfried Kopenhagen: Die Luftstreitkräfte der NVA. Motorbuch, Stuttgart 2002, ISBN 3-613-02235-4.
⢠De Agostini: Flugzeuge, die Geschichte machten. Mil Mi-24 âHindâ. In: Aircraft. Die neue Enzyklopädie der Luftfahrt. Nr. 20. Topic, MĂźnchen-Karlsfeld 1993, S. 540â551.
⢠cite-ref-mb2018-45-1[45]
Weblinks
Einzelnachweise
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cite-note-22. â ШаКŃан-аŃйа пОд ОгнŃĐź
cite-note-jakub-fojtik-33. â Jakub Fojtik: Mil Mi-24/35 Hind. Mushroom Model Publications, 2017, ISBN 978-83-65281-53-1, S. 9,40 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
cite-note-alexander-mladenov-44. â Alexander Mladenov: Mil Mi-24 Hind Gunship. Bloomsbury Publishing, 2012, ISBN 978-1-78200-141-6, S. 30 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
cite-note-forbes-com-55. â David Axe: In 1988, U.S. Army Special Operations Helicopters Slipped Into Central Africa To Snatch A Soviet-Made Hind Gunship. In: forbes.com. 11. Juni 2020, abgerufen am 29. November 2020 (englisch).
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4. Die Taliban zeigen ihre Kampfhubschrauber. In: flugrevue.de. 20. August 2024, abgerufen am 25. August 2024.
cite-note-8047. â The International Institute for Strategic Studies (IISS): The Military Balance 2018. 1. Auflage. Routledge, London 2018, ISBN 978-1-85743-955-7, S. 197â199, 206 (englisch, Stand: Januar 2018, 127 Mi-24W/P und min. 72 Mi-35M).
cite-note-8148. â ĐинОйОŃĐžĐ˝Ń ĐżĐžĐťŃŃиНО ŃĐľĐźŃ Đ˝ĐžĐ˛ŃŃ
йОовŃŃ
воŃŃОНоŃОв. In: ĐĐĐĐХТĐĐŻ. ŃĐ˝.ru, 7. März 2019, abgerufen am 8. März 2019 (russisch, u. a. wurden weitere 2 Mi-35M ausgeliefert).
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cite-note-9550. â theaviationist.com
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cite-note-11455. â Patrick Hoeveler: Aus fĂźr Sowjetkampfhubschrauber Mi-24 Hind in Tschechien. In: flugrevue.de. 23. Oktober 2023, abgerufen am 24. Oktober 2023.